Der Tourismus braucht praxistaugliche Modelle für Saisoniers

Wirtschaftsreferentinnen und Wirtschaftsreferenten der Bundesländer unterstützen den Vorschlag der Sparte Tourismus nach neuen Lösungen für die Saisonbeschäftigung.

Um rund 20 Prozent hat in den vergangenen zehn Jahren die Anzahl der Arbeitsplätze im Vorarlberger Tourismus zugenommen. Das kontinuierliche Wachstum im Tourismus erschwert gleichzeitig aber die Suche nach Fach- und Hilfskräften. Unterschiedlich starke Saisonen im Winter bzw. Sommer in Verbindung mit den tourismusschwächeren Zwischensaisonzeiten verschärfen das Problem zusätzlich. Gerade im Winter werden rund ein Viertel mehr Mitarbeiter benötigt, die nicht am heimischen Arbeitsmarkt abgedeckt werden können, sondern aus anderen Regionen in ganz Europa gewonnen werden müssen. Doch die Rekrutierung von Saisonmitarbeitern aus dem EU-Raum wird zunehmend schwieriger.

 

Das führt in Vorarlberg, wie in allen anderen Wintertourismusregionen des Alpenraums, zu einem zunehmenden Fachkräftemangel. Bei gleichbleibendem Angebot für die Gäste muss die Arbeit auf die bestehenden Mitarbeiter und die Unternehmerfamilien verteilt werden. Dies führt nachvollziehbar zu einer Überbelastung der Unternehmerfamilien selbst, aber auch ihrer Mitarbeiter. Viele Betriebe reagieren inzwischen immer öfter mit einer Rücknahme des Angebots oder führen auch in der Saison Ruhetage ein. Die Folge ist trotz guter Nachfrage und Konjunktur ein unnötiger Verzicht auf Umsatz und Wertschöpfung. Die Branche benötigt daher dringend neue Saisonbeschäftigungsmodelle für Drittstaatsangehörige, die sich an objektiven Messgrößen orientieren und nicht zweimal im Jahr am grünen Tisch „verhandelt“ werden müssen. Die Betriebe brauchen wieder Planungs- und Rechtssicherheit, wenn es um die Einstellung und Beschäftigung von Mitarbeitern geht.

 

Dieser Meinung schlossen sich auch die Wirtschaftsreferentinnen und Wirtschaftsreferenten der Bundesländer bei ihrer jüngsten Sitzung in Bregenz an und sprachen folgende Empfehlungen in Richtung der zuständigen Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz aus:


   die Höhe des Saisonkontingents soll auf Empfehlung des jeweiligen AMS und in Abstimmung mit den Ländern festgelegt werden
  das vor einigen Jahren eingeführte und bewährte Modell der „Stamm-Saisoniers“ soll wiederbelebt werden
  die Erstellung der Mangelberufsliste soll sich an den regionalen Gegebenheiten und Arbeitsmarktdaten des jeweiligen Bundeslandes orientieren


Die Sparte Tourismus setzt auch auf Bundes- und Regierungsebene alles daran, um in dieser Frage zu Lösungen für die Betriebe zu kommen.