Saisonskontingente: Anträge jetzt stellen

Die neuen Voraussetzungen für die Genehmigung der Saisonkontingente haben es in sich. Das Sommerkontingent wurde gekürzt, die Voraussetzungen erschwert.

Die Ausgangslage ist jedem klar: Tourismusunternehmen benötigen in den Saisonspitzen zusätzliche Arbeitskräfte und erhielten diese Saisonarbeitskräfte oft aus Ländern außerhalb der EU. Arbeitskräfte aus den EU-Mitgliedstaaten - mit Ausnahme von Kroatien - haben einen freien Arbeitsmarktzugang und benötigen keine arbeitsmarktbehördliche Genehmigung.

    

Mehr Verständnis für Betriebe notwendig

Bei der Neuregelung der Saisonkontingente vermisst die Sparte Tourismus in der WKV allerdings Maß, Ziel und Verständnis für die Betriebe. Die schlimmsten Auswirkungen konnten dank des Engagements der Branchenvertreter abgewendet werden – ursprünglich war vom Ministerium ein Nullkontingent kommuniziert worden! Die Sparte Tourismus hat sich mit intensivsten Verhandlungen um 100 Fachkräfte aus Drittstaaten bemüht. Genehmigt wurden in allerletzter Minute nun 92 – allerdings mit Einschränkungen.

      

Vorsaisonen notwendig

Die Auflagen sehen vor, dass Saisoniers bereits mindestens zwei Sommersaisonen im Land gearbeitet haben sollten. Das stellt jene Hoteliers vor Probleme, die bewährte Kräfte bereits seit vielen Wintersaisonen beschäftigt haben und diese erstmals auch in der Sommersaison einsetzen möchten. Mangels Sommervorsaisonen fällt diese Möglichkeit nun ins Wasser. Auch wer eine Sommersaison pausiert hat, kann ebenfalls nicht mehr eingestellt werden. So stehen der Branche teilweise langjährige bewährte Arbeitskräfte nicht zur Verfügung. Ausgenommen von der Auflage sind Asylwerber. Sie sind nicht an Vorsaisonen gebunden und werden bevorzugt genehmigt.

    

Beantragt werden müssen die Kontingentplätze beim AMS. Bewilligt werden dürfen nur Stellen, die nicht mit vorgemerkten inländischen oder am Arbeitsmarkt schon integrierten Arbeitskräften besetzt werden können.