Kalte-Hände-Regelung auf dem Weihnachtsmarkt

Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht auch außerhalb der Betriebsstätte.

Wenn Unternehmen auf Weihnachtsmärkten vertreten sind und dort ihre Waren anbieten, so unterliegen sie der Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht. Umsätze "im Freien" sind dann von dieser Pflicht ausgenommen, wenn sie nicht in Verbindung mit fest umschlossenen Räumen stehen und € 30.000,- netto im Kalenderjahr nicht übersteigen. Eine "Verbindung mit fest umschlossenen Räumen" ist im Allgemeinen dann anzunehmen, wenn sie vor dem Geschäftslokal gemacht werden, wie das typischerweise bei Gastgärten der Fall ist. Die  30.000 € Grenze gilt für alle Umsätze im Freien. Wer mehrere solche Stände hat, muss die Umsätze zusammenrechnen.

 

Wird die Grenze nicht erreicht, besteht weder Belegerteilungs- noch Registrierkassenpflicht. Die Tageslosung darf mittels Kassasturzes ermittelt werden.

Wird die Grenze im Kalenderjahr überschritten, müssen aber auch noch nicht sofort Belege ausgestellt und eine Registrierkasse verwendet werden. Die Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht beginnt nämlich erst mit Beginn des 4. folgendem Monat nach Ablauf des Umsatzsteuervoranmeldungszeitraumes. Auf Grund dieser Regelung werden viele Unternehmer, die nicht schon vorher Umsätze im Freien gemacht haben, wie z.B. auf Ostermärkten, heuer dafür noch gar keine Registrierkasse brauchen. Sind die Umsatzgrenzen überschritten und ist die Frist abgelaufen, können immer noch die Erleichterungen für "mobile" Umsätze angewendet werden.

 

Es genügt hierfür, dass Sie Zahlungsbelege ausstellen und die Durchschriften nach Rückkehr in das Geschäft in der Registrierkasse nacherfassen. Wer jedoch eine Registrierkasse beim Verkaufsstand im Einsatz hat, muss alle Barumsätze (einschließlich Becherpfand) erfassen und dem Kunden einen Registrierkassenbeleg aushändigen. Die Rückgabe des Becherpfandes ist ebenfalls in die Registrierkasse einzugeben, ein Beleg darüber muss jedoch nicht erteilt werden.