Nägl mit Köpf - tourismuspolitische Anliegen an die künftige Landesregierung

1.   Absicherung des Vorarlberger Tourismus mit qualifiziertem Nachwuchs und Fachkräften

 

Ausbildung

Die GASCHT ist ein neues innovatives duales Bildungssystem, das für den Vorarlberger Tourismus zur Absicherung des Fachkräftenachwuchses entwickelt wurde.

 

Die GASCHT hat als Pilotprojekt für die duale Berufsausbildung insgesamt Vorbildcharakter und kann als Orientierungshilfe und „Versuchslabor“ für die Weiterentwicklung der Lehrausbildung auch in anderen Branchen dienen.

 

Seitens des Landes müssen alle notwendigen Maßnahmen gesetzt werden, den Fachkräftenachwuchs für den Vorarlberger Tourismus nachhaltig abzusichern. Dazu zählen unter anderem die

 

  • Eröffnung einer neuen Tourismusschule für GASCHT und Lehre im Herbst 2022 in Hohenems
  • Unterstützung der Weiterentwicklung der GASCHT als moderne duale Berufsausbildung mit Vorbildcharakter für andere Branchen
  • Absicherung der GASCHT-Standorte Bludenz und Bezau

 

Fachkräfte

Der Tourismus in Vorarlberg wächst stetig und schafft kontinuierlich neue Arbeitsplätze. Der Mehrbedarf an Mitarbeitern in den stärkeren Wintersaisonen kann nicht am heimischen Arbeitsmarkt abgedeckt werden und belastet die Betriebe besonders.

 

Es müssen seitens der Vorarlberger Landesregierung alle Anstrengungen unternommen werden, die benötigten Mitarbeiter für die Vorarlberger Tourismusbetriebe bereitzustellen. Dazu zählen die

 

  • Entwicklung von neuen Strukturen und die Bereitstellung von finanziellen und personellen Ressourcen für den Aufbau einer „Arbeitgebermarke“ und die Rekrutierung von Mitarbeitern im EU-Raum
  • Schaffung von gesetzlichen Rahmenbedingungen, die die Rekrutierung von Mitarbeitern auch außerhalb der EU ermöglichen

 

2.   Schaffung von Organisationsstrukturen und Ressourcen zur nachhaltigen Weiterführung und Absicherung der Tourismusstrategie 2020

 

Die Entwicklung des Vorarlberger Tourismus in relevanten Themenfeldern der Tourismusstrategie 2020 wird seit Jahren im Rahmen zahlreicher Projekte aktiv betrieben, ohne dass dafür notwendige eigenständige Strukturen und Ressourcen zur nachhaltigen Absicherung jemals geschaffen wurden.

 

Dringend erforderlich ist daher

 

  • die Neugestaltung der bestehenden Organisationsstrukturen u.a. auch im Lichte der Marke „Vorarlberg“
  • die Entwicklung und Festlegung neuer Aufgaben und Zuständigkeiten
  • die Absicherung der Finanzierung der Tourismusstrategie und des touristischen Systems insgesamt

 

3.   Entwicklung einer mittel- und langfristigen Digitalisierungsstrategie für den Vorarlberger Tourismus

 

Dazu zählen die

  • Digitalisierung innerbetrieblicher Arbeitsabläufe und Strukturen
  • Optimierung der digitalen Vermarktung des Tourismuslandes Vorarlberg im allgemeinen und der Tourismusbetriebe im Besonderen
  • Transformation globaler digitaler Entwicklungen in die Tourismuswirtschaft
  • Entwicklung der digitalen Kompetenz touristischer Mitarbeiter und Unternehmer

 

4.   Überarbeitung des bestehenden Tourismusleitbildes insbesondere unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen zu investorengesteuerten Großprojekten, der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt und einer stagnierenden Preisentwicklung

 
5.   Erhaltung der Vorarlberger Wirtshauskultur und der gastronomischen Nahversorgung in den Gemeinden und Regionen
 
6.   Abbau von bürokratischen Belastungen und Bagatellabgaben wie beispielsweise Kriegsopferabgaben, Vergnügungssteuern und nicht mehr zeitgemäße Sperrzeitenregelungen
 
7.   Stärkung der politischen Vertretung des Tourismus in der künftigen Landesregierung bzw. Ressortverteilung