KEINE ALLERGIE AUF DIE ALLERGENKENNZEICHNUNG

Bei der Allergenkennzeichnung  fallen einige Vorgaben weniger umfangreich aus als kolportiert. In Vorarlberg sind uns wesentliche Erfolge im Vollzug gelungen.


Seit 13.12.2014 müssen auch Betriebe, die „offene Speisen und Getränke“ anbieten, aufgrund einer EU-Verordnung die 14 Hauptallergene und Süßstoffe, die Aspartam bzw. Acesulfamsalz enthalten, in Speise- und Getränkekarten anführen. Für Österreich haben wir in Verhandlungen mit dem Ministerium erreicht, dass auch eine mündliche Information durch einen geschulten Mitarbeiter ausreicht. Aber es sind uns in Vorarlberg im Vollzug noch wesentlich mehr Erfolge gelungen.

        

Die folgenden zehn Punkte zeigen einfach und lückenlos, welche Anforderungen zu erfüllen sind, damit die Vorgaben der Allergenverordnung in Vorarlberg erfüllt werden:

  

  1. Informationen über allergene Stoffe müssen verfügbar und leicht zugänglich sein.

  2. Das gilt auch dann als erfüllt, wenn an gut sichtbarer Stelle deutlich und gut lesbar ein Hinweis angebracht ist, dass die genannten Informationen auf Nachfrage mündlich erhältlich sind. (Hinweis als Aushang z. B. beim Eingang des Lokals oder in der Speisekarte sind ausreichend. Achtung: mündliche Variante erfordert regelmäßige Schulungen.)

  3. Alternativ kann auch in schriftlicher Form informiert werden. (Generell ist dabei die Kennzeichnung in Speise- oder Getränkekarte, Preisverzeichnis oder Produktblatt möglich. Empfohlen wird, die Kennzeichnung in z. B. einer Musterspeisekarte, die bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden kann, vorzunehmen. Für diesen Fall ist in der Speisekarte oder per Aushang ein Hinweis darauf zu geben.) Die schriftliche Information kann anhand von Buchstabencodes erfolgen. In diesem Fall ist die entsprechende Legende an gut sichtbarer Stelle deutlich und gut lesbar anzubringen.  

  4. Die genannten Informationen beruhen auf einer schriftlichen Dokumentation – daraus sind die allergenen Zutaten für jedes Produkt / Produktgruppe ersichtlich. (Mittels Produkt- oder Rezeptblatt. Für Tagesangebote oder kurzfristige Rezepturänderungen ist diese Dokumentation nicht notwendig – sehr wohl müssen aber die Informationen dazu (in mündlicher oder schriftlicher Form - siehe Punkt 2 bzw.3) zur Verfügung gestellt werden.) 

  5. Die unter Punkt 4 genannten Unterlagen können in elektronischer, schriftlicher oder handschriftlicher Form vorliegen und müssen im Fall einer Kontrolle zur Verfügung stehen. 

  6. A.) Bei schriftlicher Informationsweitergabe an den Endverbraucher sind die Informationsmittel z. B. Karte oder Thekenstecker mit den entsprechenden Buchstabencodes oder Produktblätter mit der jeweiligen Zuordnung zu versehen. Bei neuen Zutaten oder neuen Produkten sind die Informationsmittel entsprechend zu adaptieren.  B.) Die mündliche Weitergabe hat durch dafür geschulte Personen zu erfolgen.

  7. Diese Schulung ist mindestens alle 3 Jahre zu wiederholen, der Nachweis dafür ist zu dokumentieren und mindestens 3 Jahre (jedenfalls bis zur Durchführung einer neuerlichen Schulung) aufzubewahren. 

  8. Die Schulungen können durch interne oder externe „Experten“ erfolgen. Interne Experten sind jedenfalls Geschäftsinhaber, gegebenenfalls Gewerberechtliche Geschäftsführer, Koch/Köchin oder jede Person, die nachweisen kann (durch entsprechende (Schul-)Ausbildung), das entsprechende Fachwissen erworben zu haben.) 

  9. Schulungspflichtig ist diejenige Person, die vom Unternehmer (oder einer vom Unternehmer beauftragten Person) bestimmt wurde, Anfragen im Sinne der Allergeninformation zu behandeln. (Der Unternehmer selbst, sowie die „internen Experten“ lt. Punkt 8 können selbstverständlich auch diese Auskunftspersonen sein - eine eigene Schulung ist in diesem Fall nicht notwendig.)

  10. Schulungen (und deren Nachweise) sind nur bei mündlicher Auskunftserteilung verpflichtend vorgeschrieben. (Generell ist es jedoch ratsam, sich entsprechend zu informieren und u. U. auch an einer entsprechenden Schulung teilzunehmen!). Die Nachweisführung der internen Schulung kann mittels Schulungsblatt (Datum, Vortragender bzw. Schulungsverantwortlicher, Teilnehmer, Unterschriften der Teilnehmer) erfolgen.

         

Die Abstimmung mit dem Lebensmittelinstitut würde somit in der Praxis bedeuten, dass:

  • Betriebe keine externen Schulungen vorzunehmen haben
  • Schulungen unter bestimmen Umständen gar nicht vorzunehmen sind

  • sich die Dokumentationspflicht auf die Standardgerichte/-produkte bezieht und somit weniger umfangreich als angenommen ist

  • Strafen, wenn überhaupt nur dann vorkommen, wenn mehrmalige eklatante Verstöße (wie z. B. die gänzliche Unterlassung der Dokumentation) vorliegen

              

Rezeptplattform:

Die Sparte Tourismus stellt kostenlos eine Datenbank zur Verfügung, in die Rezepte eingegeben werden können um die Information über enthaltene Allergene Stoffe zu bekommen.

                      

So wird’s gemacht 

Rezeptplattform